Einer für alle Storchschnabel

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Ob als unaufdringlicher Begleiter, zuverlässiger Bodendecker oder kleiner Nischenfüller – diese Blütenstaude passt einfach in jeden Garten

‘Rozanne’ ist eine starkwüchsige Storchschnabel-Hybride mit außergewöhnlich langer Blütezeit von Mai bis November. Gemeinsam mit der purpurroten Mazedonischen Witwenblume (Knautia macedonica) gedeiht sie hier zu Füßen einer Buschmalve (Lavatera) am schlichten Staketenzaun. In sehr rauen Gegenden empfiehlt sich für ‘Rozanne’ im Winter eine schützende Abdeckung
Fotos: McPhoto/Rolf Mueller/Alamy Stock Photo, MSG/Dieke van Dieken, Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin, Stauden Stade (2), Staudengärtnerei Gaissmayer (4), Science Photo Library, MSG/Beate Leufen-Bohlsen, Elke Borkowski, Gartenbildagentur Friedrich Strauss; Zeichnung: Getty Images/bauhaus1000

Neben Hauptdarstellern gibt es in vielen Lebenslagen auch Statisten. Sie machen auf den ersten Blick zwar weniger her, haben genauer betrachtet aber einen großen Anteil am Gesamtergebnis. So in etwa lässt sich auch die Rolle des Storchschnabels im Garten beschreiben. Die arten- und sortenreiche Gattung mit dem botanischen Namen Geranium bringt keine echten Prachtstauden hervor – dafür aber charmante Begleiter für nahezu jeden Standort. Sie warten mit vielen einfachen Schalenblüten in Weiß, Rosa, Violett oder Blau und mit attraktiven Blättern auf.

Nicht zu verwechseln ist Geranium mit der allseits bekannten Balkonpflanze Geranie (Pelargonium), die zwar eine ähnliche Blütenform aufweist, aber weder zur selben Pflanzengattung gehört, noch winterhart ist. Apropos Winterhärte und Pflegeaufwand: Storchschnäbel zählen zu den robustesten und anspruchslosesten Blütenstauden überhaupt und können an einem geeigneten Standort über Jahrzehnte gedeihen. Umso mehr lohnt es sich, auf die Vorlieben der verschiedenen Arten zu achten – belohnt werden Sie mit einem absolut pflegeleichten Blütenspaß, der den Zierbeeten ein dauerhaftes Gerüst verleiht.

Auf engstem Raum entlang der Hauswand sorgt das Duo aus rosafarbenem Pyrenäen- und violettem Pracht -Storchschnabel (Geranium endressii und G. magnificum) für ein Blütenband, das von langstieligen weißen Schmucklilien (Agapanthus) überragt wird
Dezente Begleiter sind als Nachbarn großblütiger Leitstauden wie der Pfingstrose gefragt. Diese Rolle übernimmt der violette Pracht-Storchschnabel bravourös und schafft zudem weiche Konturen am Beetrand
Zur Unterpflanzung flach wurzelnder Bäume wie Fichten, Ahorne oder Birken sind die meisten Blütenstauden ungeeignet, da sie der starken Wurzelkonkurrenz der Gehölze nicht gewachsen sind. Nicht so der Felsen- oder Balkan-Storchschnabel (Geranium macrorrhizum), der mit seiner Pfahlwurzel in tiefere Bodenschichten vordringt. Der anpassungsfähige Bodendecker gedeiht in Sonne wie Schatten, lediglich schwere, nasse Böden bekommen ihm nicht so gut

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