Das wohl kleinste Tonstudio der Welt

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Auf die Frage, welches Instrument ich spiele, antworte ich: meinen Mac! Dort ist Logic seit nahezu drei Jahrzehnten die Musik-Software meiner Wahl. Dass Logic Pro jetzt auch auf dem iPad zu haben ist, geht als kleine Sensation durch.

TEXT: STEFAN MOLZ

Logic Pro für iPad verbindet sich mit USB-MIDI-Keyboards ebenso wie mit Audiointerfaces.
Fotos: Stefan Molz

Gute iPad-Software zeichnet sich durch clevere Bedienkonzepte aus, welche die Eigenheiten von Multi-Touch und Stiftbedienung sinnvoll zu integrieren wissen. Das zeigt sich etwa auf dem Weg von der Idee zum fertigen Song in Logic Pro für iPad. Bereits beim Anlegen eines ersten Projekts beweist sich die iPad-Ausgabe von Logic durch ihre anpassungsfähige Benutzungsoberfläche. Die iPad-Version ist nicht nur ein Sequenzer, sondern zugleich ein Instrument: Softwarebasierte Instrumente lassen sich direkt mit einer Bildschirmklaviatur, mit Drum-Pads oder per virtuellem Griffbrett spielen. Dabei wissen die Entwickler:innen um die Einschränkungen eines Tablets: Ganze Akkorde lassen sich mitunter auf nur einen Fingerzeig hin spielen, statt sich mit krummer Fingergymnastik auf dem Bildschirm zum Affen zu machen.

Wichtig ist auch die Navigation in einem Projekt. Neben einer Loop-basierten Ansicht bietet Logic Pro auch auf dem iPad die klassische horizontale Zeitleiste in Anlehnung am Mehrspur-Tonbandgeräte – je länger der Song, desto länger die Zeitleiste. Das Navigieren selbst in größeren Projekten geht dennoch schnell und intuitiv von der Hand: Mit den bekannten Spreizgesten lässt sich schnell in einem Song an die gewünschte Stelle wechseln und der Zoomfaktor einstellen. Dies fühlt sich wesentlich direkter an als die Bedienung via Tastatur und Maus am Mac (und lässt einmal mehr den Wunsch nach einem Mac mit Touchscreen aufkommen).

Auch dass Musikproduktion Bildschirmplatz-intensiv ist, ist den Entwickelnden bei Apple klar. Um einen zweiten Bildschirm jenseits einer Spiegelung lässt sich Logic Pro für das iPad zwar nicht erweitern, aber im Wissen um die knappe Ressource „Bildschirmplatz“ wurde Hirnschmalz aufgewandt: Die Plug-in-Ansicht stellt die wichtigsten Steuerelemente zur Verfügung, die zur Formung von Sounds beitragen. Jedes Plugin in einem Kanalzug bietet Zugriff auf handverlesene Parameter, welche die jeweiligen Instrumente oder Effekte im Kern definieren. Auf ähnliche Weise lassen sich Editoren wie die Pianorolle und der Mischer einblenden.

Beats & Bytes

Logic Pro kommt auch auf dem iPad mit einer riesigen Soundbibliothek daher. Musiker:innen haben so ohne weitere Kosten eine Vielzahl an lizenzfreien Klänge

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