Die acht Stufen des Yoga

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Der achtstufige Pfad nach dem indischen Gelehrten Patanjali bildet die Grundlage des Yoga und der buddhistischen Meditation. Nur wenigen sind alle acht Begriffe bekannt – aber wahrscheinlich bist auch du ihnen schon einmal in deinem Leben begegnet …

TEXT PAULINE BIJSTER FOTO DANA VAN LEEUWEN STYLING MARITA JANSSEN HAARE MAKE-UP MARSHACALORI MODEL JONAS UND SHARI (YINERGY.NL)

Jede dieser acht Stufen ist eine Stufe hin zu mehr Bewusstsein und ein Schritt weiter nach innen. „Wenn mich jemand nach meiner Lieblings-Yogahaltung fragt, lautet meine Antwort immer: das Leben selbst“, sagt Johan Noorloos, Gründer der Neuen Yogaschule in Amsterdam. Der achtgliedrige Pfad handelt für ihn vom Leben, von Aufmerksamkeit und Konzentration. Von bewusstem Leben anstelle von unbewusstem Leben.

„Yoga bedeutet für mich auch: das Bewusstsein erweitern. Und eine Antwort auf die Frage finden: Wer bin ich? Auf einer Yogamatte kannst du lernen, dass du nicht alle deine Gedanken und Emotionen bist. Du lernst zu beobachten, anstatt auf jede Stimme in deinem Kopf zu reagieren.“

Deinem Verhalten, deinem Körper, deinem Atem und deinen Sinnen Aufmerksamkeit zu schenken, ist ein Schlüssel zu dir selbst; denn Aufmerksamkeit ist ein Zaubertrank laut Noorloos. „Durch Aufmerksamkeit entsteht Bewusstsein. Über den achtstufigen Pfad kannst du immer weiter in deine innere Welt eindringen. Und dann findest du heraus, dass du nicht ,jemand‘ bist oder sein musst, sondern einfach du bist.“

Schritte des Bewusstseins

Der erste Schritt, Yamas, ist die Kontrolle deines Verhaltens in der äußeren Welt und ist wiederum in fünf Enthaltsamkeiten unterteilt, wie etwa Gewaltlosigkeit (Ahimsa) und Nicht-Stehlen (Astheya). Der zweite Schritt, Niyamas, sind moralische Richtlinien darüber, wie du in der Welt stehen möchtest, und ist ebenfalls in fünf Angelegenheiten unterteilt, wie Zufriedenheit (Samtosha) und Disziplin (Tapas).

Auf der dritten Ebene beherrschst oder trainierst du deinen Körper durch die bekannten Asanas (Yogahaltungen). Auf der vierten Ebene, Pranayama, ist die Atmung an der Reihe. Die fünfte Ebene, Pratyahara, handelt von der Kontrolle deiner Sinne. Achtsame Präsenz ist Schritt sechs, Dharana: das tatsächliche Anwesendsein bei dem, was du tust, ohne abgelenkt zu werden. Das ist notwendig für sieben, Dhyana: Meditation. Und damit kannst du schließlich zu acht, Samadhi, gelangen: Erleuchtung. Das Besondere am achtgliedrigen Pfad ist, dass die Schritte gleichzeitig praktiziert werden können und trotzdem eine