Inflationsschutz gewinnt weiter an Bedeutung“

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INTERVIEW

Uwe Schroeder-Wildberg, CEO des Finanzdienstleisters MLP, sieht angesichts vieler Risiken keine goldenen Zeiten für Anleger. Für den Erfolg im Depot spiele die Anlagedauer eine entscheidende Rolle

Für eine sorgenfreie Zukunft spielt die staatliche Altersversorgung eine Schlüsselrolle. Wie zukunftssicher ist die Rente in Deutschland?

Uwe Schroeder-Wildberg: Die Demografie belastet die gesetzliche Rente immer stärker, das ist ein Fakt. Durch die Alterung unserer Gesellschaft gehen immer mehr Menschen in Ruhestand. Man muss nicht sehr gut rechnen können, um zu wissen, dass das Rentensystem auf steigende Beiträge und weiter wachsende Steuerzuschüsse angewiesen ist – das funktioniert aber nicht auf Dauer. Daher wird es immer wichtiger, neben der staatlichen auch auf private und betriebliche Altersvorsorge zu setzen.

Die Bundesregierung hat die Einführung der Aktienrente beschlossen. Ist das Generationenkapital ein großer Schritt nach vorn oder eher eine Schaufensterveranstaltung der Ampel in Berlin?

Schroeder-Wildberg: Die Aktienrente ist der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Das Volumen ist viel zu klein, um einen nachhaltigen Beitrag zur Altersversorgung leisten zu können. Aber immerhin erkennt der Gesetzgeber damit an, dass auch die Kapitalmärkte einen wichtigen Beitrag zur Rente leisten können.

Bundesfinanzminister Lindner schlägt vor, die vorgezogene Rente ab 63 Jahren abzuschaffen, um die Altersversorgung zu sanieren. Ist das der richtige Weg?

Schroeder-Wildberg: Bei einer steigenden Lebenserwartung ist es völlig logisch, dass Menschen künftig länger arbeiten müssen, um das staatliche Rentensystem zu stabilisieren – und sehr viele sind dazu auch gesundheitlich in der Lage und wollen es auch. Flexible Modelle sind ebenfalls ein guter Schritt. Renten- und Sozialleistungen hingegen mit der Gießkanne zu verteilen, kann sich unser Staat dauerhaft nicht mehr leisten. Hier muss er ehrlich mit seinen Bürgern umgehen.

Viele Menschen sind schockiert und enttäuscht, wenn sie ihren Rentenbescheid lesen. Können Sie diese Enttäuschung verstehen?

Schroeder-Wildberg: Ja, ich kann das nachvollziehen. Nicht jeder tut sich leicht, in ausreichendem Maße einzuzahlen. Hinter der Enttäuschung steckt bei manchem aber auch eine Vollkasko-Mentalität. Die Wahrheit ist: Die staatliche Vollkasko für das Alter können wir schon lange nicht mehr finanzieren.

Was ist zu tun?

Schroeder-Wildberg: Wir Bürger müssen uns, wo immer es geht, selbst um unsere ergänzende Altersvorsorge kümmern. Je früher Geld für das Alter zurückgelegt wird, umso besser. Für viele Menschen ist die Altersversorgung aber abstrakt. Sie schieben das Thema auf die lange Bank. Tatsächlich ist es notwendig, über Jahrzehnte zu sparen; denn dann kommt der Zinseszinseffekt richt

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