Sie bricht mit den Klischees

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JLo Exclusiv

Wer an Jennifer Lopez denkt, hat oft Mythen um ihre Allüren im Kopf. Dabei ist die Sängerin und Schauspielerin ganz anders als ihr Ruf und hat antworten auf wichtige Lebensfragen gefunden. Doch ankommen und ausruhen? No way!

TEXT: JOCHEN SIEMENS

LANGE KEIN PENTHOUSE IN SICHT. Vor ihrem großen Durchbruch musste Jennifer Lopez zeitweise in einem Tanzstudio schlafen, weil sie zu Hause rausgeflogen war. Heute kann sie zwischen mehreren Immobilien wählen, darunter eine 14.000-Quadratmeter-Villa in Bel Air, die ganze 28 Millionen Dollar wert ist

Es gibt Menschen, nicht viele, die nach ihrer ganz eigenen Zeitenteilung leben. Das merkt man, wenn man ihnen gegenübersitzt und sie einem erzählen, was gestern war und was morgen sein wird, was sie alles gemacht haben und noch machen wollen. Was sie nicht erzählen, ist, was im Moment passiert, in dem Moment, in dem sie da sitzen, in der Gegenwart. Jennifer Lopez ist so ein Mensch, sie kennt keine Gegenwart, kein Jetzt, keine Pause, kein Innehalten. Ihr zu begegnen und mit ihr zu sprechen ist ein bisschen so, wie einem Fluss vom Ufer aus beim Fließen zuzuschauen. Man kann sie nicht stoppen, man muss bei manchen Worten und stromschnellen Sätzen schon mitlaufen, um sie zu verstehen – bevor sie hinter einer Biegung verschwinden und schon wieder neue kommen. Das ist deshalb so bemerkenswert, weil man es erst einmal gar nicht merkt. Jennifer Lopez, die früher etwas berüchtigte Diva, die sich mit Sätzen wie „Ich habe einfach die Aura eines Stars“ schmückte wie mit Glitter. Und die, so wurde sich erzählt, keine Interviews geben wollte, wenn nicht diese oder jene Sorte Blumen in ihrem Hotelzimmer stand. Sie, die diesen Ich-bin-so-reich- und-berühmt-Panzer vor sich hertrug wie kaum eine Zweite, hatte gemerkt: Er schützt nicht, sondern macht einsam.

NO MORE „JENNY FROM THE BLOCK“

Und deshalb begegnet man heute einer anderen Jennifer Lopez. Charming, zugewandt, hintergründiges Lächeln, karamellig harmonisch und mit einem Blick, der selbst mit einer Kaffeetasse flirtet. Nur nicht mit der Gegenwart. Fragt man sie, wie es ihr in dieser Minute geht, kommt ein knappes „gut“, und fragt man trotzdem ein bisschen weiter und traut sich ins Private, in den nach 18 Jahren zweiten Versuch mit dem Schauspieler Ben Affleck zum Beispiel, sagt sie, dass sie darüber nicht viel sprechen möchte und verweist auf einen Satz aus ihrem Film „Marry Me“. Nämlich dass in Lebenskrisen und im Labyrinth scheinbar unlösbarer Fragen „die Antwort dich finden wird“. Und: „Ja, die Antwort hat mich gefunden“, sagt sie. Ob die Antwort nun ihr Neuerdings-Ehemann Ben

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