LESERBRIEFE

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Apple ist auch nur eine Marke

CHIP 11/23 – Seite 5

Ich sehe das genauso wie Sie: Das schnelle USB-C für die teuren iPhones zu reservieren, finde ich eine Frechheit. Das wiegt doppelt schwer, denn jahrelang hat Apple auf seinem Lightning-Stecker als Insellösung beharrt mit dem Argument, Lightning wäre besser oder zumindest gut genug. Aber das stimmt nicht: Bei Transfertempo und Stromaufnahme ist USB-C klar überlegen. Überhaupt: Apple hat nur auf USB-C gewechselt, weil es sich dem Willen der EU gefügt hat, die auf USB-C als Universalstecker drängt. Wahrscheinlich bleibt das normale iPhone 15 auf dem langsamen USB-C bzw. USB 2.0 sitzen, weil das genau das Maximum darstellt, was über Lightning möglich ist.

Ich finde es ganz normal, dass Apple bei den USB-Anschlüssen Unterschiede zwischen den iPhones macht. Das ist in der Androidwelt seit Jahren gang und gäbe. Dort erhalten Billig-Handys auch nur das langsame USB 2.0, selbst wenn sie inzwischen einen USB-C-Anschluss haben. Man muss sich nur daran gewöhnen, dass für Apple ein 800 Euro teures iPhone heute schon als „billig“ gilt.

Fremdeln mit dem Weltall

CHIP 11/23 – Seite 10X

Das ist schon peinlich, dass die Europäer aktuell CHIP keine eigene 12/2023_03/11/2023_ Rakete mehr haben, sondern auf die USA, Russland oder China angewiesen sind, wenn sie Satelliten ins All schießen. Die Ariane 5 hat ihren letzten Start absolviert, aber die Ariane 6 ist immer noch nicht fertig. Vielleicht wird es wirklich Zeit, dass auch in der EU private Firmen diese Projekte übernehmen. Immer wenn sich Staaten einmischen, wird das gleich um ein Mehrfaches teurer und der Zeitplan nie eingehalten. Spontan muss ich hierbei an Stuttgart 21 denken. Dieser Bahnhof soll jetzt 2025 fertig werden, viel mehr kosten (vervierfacht!), und trotzdem haben sie noch nicht einmal alle Bauvorhaben umgesetzt.

Es ist ja schön, dass es die vielen kleinen deutschen Startups gibt, die am Geschäft im All mitverdienen wollen. Der Standort Deutschland sollte bei einer Schlüsseltechnologie nicht abgehängt werden. Aber ich weiß nicht, ob der Weltraum aktuell eine wirklich große Rolle spielt, wenn ich an all die Konflikte hier unten auf der Erde denke. Für die Bekämpfung der Klimakrise ist die Raumfahrt nicht entscheidend. Als „essenziell für die künftige Sicherung von Lebensstandard, Sicherheit und Wohlstand“, wie Ihr Experte meint, sehe ich den Wettlauf ins All nicht an.

Der Orbit ist jetzt schon so voll, dass wir Weltraumschrott richtig gefährlich geworden ist. Seitdem Privatfirmen mitmischen, geht es nur darum, Tausende von Satelliten nach oben zu schießen, damit auch im letzten Winkel nochBreitband-Internet empfangbar ist. Die Bergsteiger auf dem Mount Everest wollen ihre Gipfel-Fotos eben gleich in die Cloud hochladen. Haben wi

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