Daten gegen günstige Tarife

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KFZ-VERSICHERUNG

Bis zum 30. November ist Wechselzeit für die Kfz-Versicherung. Es kann sich finanziell lohnen, über einen Telematiktarif nachzudenken, bei dem der Versicherer den Fahrstil des Versicherten prüft. Das hat aber auch Nachteile

FOTO: Farknot_Architect/GETTY IMAGES, HUK COBURG

Mit fast 70 Millionen Verträgen ist die Kfz-Haftpflichtversicherung die größte Sparte innerhalb der Schadensversicherung in Deutschland.

Und da für die meisten Versicherten bis zum 30.11.2023 der Vertragswechsel möglich ist, wird aktuell wieder kräftig um neue Kunden geworben. Eine immer größere Rolle spielen hier die Telematiktarife, bei denen sich der Beitrag mithilfe smarter Technik an der eigenen Fahrweise orientiert. Wir klären auf.

Zurückhaltend fahren und sparen

Wer einen Wechsel in Betracht zieht, sucht dabei in der Regel nach Kostenvorteilen. Und weil sich die Tarifstrukturen der Assekuranzen teils stark unterscheiden, lassen sich im besten Fall mehrere hundert Euro jährlich einsparen. Doch egal, bei welchem Anbieter man abschließt: Der Beitrag für den einzelnen Versicherten richtet sich am Ende nach seinen schadensfreien Jahren sowie nach statistischen Daten wie Unfallhäufigkeit, -schwere und -kosten innerhalb bestimmter Personengruppen und Zulassungsbezirke. Aber all das ist eben nur Statistik, und zwangsläufig zahlen die umsichtigen Fahrer für die Risikobereiten mit. Da wäre es doch schön, man könnte dem Unternehmen gute fahrerische Qualitäten einfach beweisen.

Hier kommen Tarife mit Telematikbaustein ins Spiel, auch Pay-as-you-drive genannt. Bei ihnen geben Versicherte ihrem Versicherer durch die Übermittlung von Sensordaten, die während der Fahrt erfasst werden, Einblick in ihre Fahrweise (mehr zur Technik siehe Kasten rechts). Wird diese als rücksichtsvoll und vorausschauend eingestuft, gibt es Rabatt. Und der kann ordentlich sein. Je nach Versicherer stehen bis zu 45 Prozent Nachlass in der Haftpflicht-und Kaskoversicherung in Aussicht. Meistens gibt es auch zu Anfang gleich einen Startbonus.

Bremsen als Risikofaktor

Für die Einstufung wird aus den Fahrdaten laufend ein Score generiert, den der Besitzer des Autos in einer Smartphone-App verfolgen kann. Dort findet dieser zudem Tipps, wie sich das Fahrverhalten für eine gute Wertung optimieren lässt. Im besten Fall führt das zu einem Gamification-Effekt zugunsten der Verkehrssicherheit.

Kein Nehmen ohne Geben Wer einen Telematiktarif nutzt und sicher fährt, kann ordentlich sparen, muss aber auch viele sensible Daten preisgeben
Vergleichen und sparen Ein Versicherungsvergleich kann lohnen, und das besonders, wenn ein günstigerer Anbieter noch einen Telematikbaustein anbietet

Andererseits stehen für die Rückschlüsse auf die allgemeine Fahrweise des Fahrzeuglenkers lediglich Bewegungsund Standortdaten zur Verf

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