Schluss mit Aufschieben

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Wir alle drücken uns gern mal vor lästigen Dingen. Warum das so ist und wie wir Sachen stattdessen einfach anpacken und der Unlust ein Schnippchen schlagen, verraten wir hier

Mach ich morgen

Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute? Von wegen! Jeder schiebt mal Dinge auf die lange Bank – ob den unerledigten Papierkram oder das Fensterputzen. Doch Prokrastination, so der wissenschaftliche Name für das Aufschieben (lat. pro = für, crastinum = der morgige Tag), hat nichts mit Faulheit zu tun, wissen Psychologen. Im Gegenteil, meistens sind Menschen, die Dinge immer wieder vertagen, sogar ausgesprochene Perfektionisten. Leonardo da Vinci etwa hat seine „Mona Lisa“ 20 Jahre mit sich herumgetragen, bis er den letzten Pinselstrich setzte. Und doch hielt er dieses Bild aller Bilder noch für unperfekt. Seine Selbstkritik hat ihn dazu gebracht, Außergewöhnliches zu schaffen, aber auch dazu, etliche seiner Werke nur zu planen und nie zu verwirklichen.

Etwas jetzt tun macht glücklich und hält gesund

Hinter unserem Aufschiebeverhalten stecken Fachleuten zufolge sehr oft unerbittliche Versagensängste und die Sorge darum, was andere denken könnten. Klar ist aber auch: Prokrastination sorgt langfristig für Frust, weil man nie schafft, was man sich vornimmt. Zudem schadet die Aufschieberitis auf Dauer auch der Gesundheit: Es stresst enorm, Dinge immer in letzter Minute tun zu müssen, was wiederum zu mehr Fehlern und noch mehr Stress führt. Das belastet die Psyche und schwächt das Immunsystem. Zum Glück geht’s aber auch anders – mit unseren Tipps! Und unser Test verrät Ihnen, wie stark Sie aktuell zum Aufschieben neigen. ●

Schnell-Test

Wie stark schieben Sie Dinge auf? Notieren Sie zu jeder Aussage, ob sie voll und ganz (2 Punkte), teilweise (1 Punkt) oder gar nicht (0 Punkte) auf Sie zutrifft. Am Ende zählen Sie alle Punkte zusammen.

1. Ich erledige die Dinge (fast) immer auf den letzten Drücker. Ich brauche den Druck.

2. Ich kann mich oft nicht festlegen.

3. Ich halte meine Vorsätze oft nicht ein. Irgendwas kommt immer dazwischen.

4. Wenn ich etwas nicht zu 100 Prozent erledigt habe, bin ich nicht zufrieden.

5. Ich habe schon einmal etwas so lange aufgeschoben, dass ich dadurch eine wichtige Chance verpasst habe.

6. Ich kann schlecht abschalten. All die unerledigten Dinge sitzen mir im Nacken.

7. Ich habe viel zu viel um die Ohren.

8. Wenn es knifflig wird, nehme ich Reißaus.

9. Oft nehme ich mir morgens etwas vor und habe

abends imme