Kanarienvogel

2 min lesen

Fahrbericht · Nissan Juke Hybrid

Nissan überarbeitet den Juke nur in Details – ob das reicht, klärt die erste Testrunde im Hybrid

Mit dem Facelift erhält auch die zweite Juke-Generation ihren eigenen Gelbton: Iconic Yellow

Es ist 2024 alles anders als 2010 – dem Jahr, in dem der erste Nissan Juke auf den Markt kam. Damals Trendsetter, ist der Juke mittlerweile einer von vielen kompakten Crossovern.

Damit er auch weiterhin seine Käufer findet, haben ihm die Japaner eine konsequente, wenn auch sehr dezente Überarbeitung verpasst. Wir fahren den Juke als Hybrid mit N-Sport-Ausstattung – mehr Juke geht derzeit übrigens nicht. Nismo- oder R-Varianten, die dem verrückten Design des Juke einen ebenso emotionalen Antrieb zur Seite stellen, sind derzeit nicht in Sicht. Das Tandem aus 1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner und ergänzendem Elektro-Motor leistet in Summe 105 kW / 143 PS, die einzig und allein an die Vorderachse geschickt werden. Nichts Neues also beim Antrieb – abgesehen vom neuen Motormapping und von optimierten Schaltzeitpunkten. Das Ergebnis fährt sich so, wie man es erwartet: unaufgeregt und meist harmonisch im Zusammenspiel der Motoren – aber auch weniger dynamisch, als es der sportliche Anstrich der Ausstattungslinie suggeriert.

Die konsequente Designlinie kostet weniger Nutzwert als zunächst befürchtet
Fotos: Daniela Loof

Sportliche Aufmachung, effizienzgetrimmter Antrieb

Der Hybrid mag am liebsten ausgedehnte Rollphasen, in denen er den Verbrenner in den Teilzeitruhestand schicken kann. Dann ist der Juke flüsterleise und sehr effizient. Ruft man mehr Leistung ab, jault der Saugmotor wenig dezent auf und unterstützt den E-Motor – mit leichtem zeitlichen Verzug – mit mehr Schub. Ein Zustand, den der kleine Japaner weniger mag und den man allenfalls bei Überholmanövern erzwingt. Lässt man sich auf das Naturell des Hybrid-Nissan ein, dann rollt man auch dank des Multi-Mode-Automatik-Getriebes entspannt durchs Land. Ein Druck auf die e-Pedal-Taste, und der Juke rekuperiert stärker. Ob es aber zwingend die teure N-Sport-Ausstattung sein muss, sollte man sich genau überlegen, denn weder am Fahrwerk noch am Chassis schraubt Nissan bei den verschiedenen Ausstattungsvarianten.

Technische Daten

4-Zylinder, 4-Ventiler, 69 kW / 94 PS, 148 Nm, 1598 cm3; E-Motor: permanenterregte Synchronmaschine, 36 kW / 49 PS; Lithium-Ionen-Batterie, 1,2 kWh, Systemleistung: 105 kW / 143 PS; 205 Nm; Multi-Mode-Automatik; Vorderradantrieb; L/B/H 4210 / 1800 (1990)* / 1593 mm; Radstand 2636 mm; Leergew./Zul. 1325 /485 kg; Kofferraum: 354 – 1237 l; 0-100 km/h in 10,1 s; 166 km/h; WLTP-Verbrauch 4,7 l S/100 km; CO2-Ausstoß 107 g/km; Grundpreis 29.490 €

Alle Daten Werksangaben; *Breite mit Außenspiegeln

Der Rivale VW Taigo Den Taigo gibt es nicht als Hybrid, aber mit Doppelkupplungsgetriebe – 1.0 TSI mit 116 PS und DSG ab

Dieser Artikel ist erschienen in...

Ähnliche Artikel

Ähnliche Artikel